Der schottische Prediger Alistair Begg hat in etwa 3 Minuten die Quintessenz des Evangeliums auf den Punkt gebracht! Anbei das Video und eine deutsche Übersetzung dazu.
Ohne die Verkündigung des Kreuzes – ohne dass wir uns selbst Tag für Tag, den ganzen Tag hindurch, das Evangelium vom Kreuz predigen – werden wir sehr schnell wieder bei „Glaube plus Werke“ als Grundlage unseres Heils landen.
Um die alte Frage aus Fort Lauderdale aufzugreifen: „Wenn du heute Nacht sterben würdest und vor dem Himmelstor stündest – was würdest du sagen?“
Sobald du – oder ich – diese Frage in der Ich-Form beantworten, sind wir schon auf dem falschen Weg.
„Weil ich …“
„Weil ich vertraut habe.“
„Weil ich Glauben habe.“
„Weil ich dieses oder jenes bin.“
„Weil ich treu geblieben bin.“
Liebe Freunde, die einzig richtige Antwort steht in der dritten Person:
„Weil Er …“
„Weil Er …“
Denkt an den Verbrecher am Kreuz. Was für eine gewaltige Szene! Ich freue mich schon darauf, diesen Mann eines Tages zu treffen und ihn zu fragen:
„Wie ist das eigentlich für dich ausgegangen? Du hast doch eben noch zusammen mit deinem Kumpel über Jesus gespottet. Du warst nie in einem Bibelkreis. Du wurdest nie getauft. Du hattest keine Ahnung von Kirchenmitgliedschaft. Und trotzdem – trotzdem bist du im Himmel gelandet! Wie ist das passiert?“
Man stellt sich vor, wie ein Engel ihn fragt: „Was machst du denn hier?“
Er antwortet: „Ich weiß es nicht.“
„Wie meinst du das – du weißt es nicht?“
„Na ja, ich weiß es wirklich nicht.“
„Moment, ich hole meinen Vorgesetzten.“
Der Aufsichtsengel kommt und sagt: „Wir haben da ein paar Fragen. Kennst du die Lehre von der Rechtfertigung allein aus Glauben?“
„Nie davon gehört.“
„Gut. Dann zur Inspirationslehre der Heiligen Schrift?“
Der Mann schaut nur verständnislos.
Schließlich fragt der Engel genervt: „Auf welcher Grundlage bist du hier?“
Und er antwortet: „Der Mann am mittleren Kreuz hat gesagt, ich darf kommen.“
Das ist die einzige Antwort. Die einzige.
Wenn ich mir nicht täglich das Evangelium selbst predige, beginne ich, mir selbst zu vertrauen – meiner Erfahrung, meiner Frömmigkeit, meiner Leistung. Und das gehört zu unserer gefallenen Natur.
Wenn ich den Blick vom Kreuz abwende, bekenne ich vielleicht noch mit den Lippen seine Wirksamkeit, lebe aber praktisch so, als hinge mein Heil letztlich doch von mir ab.
Und sobald man diesen Weg einschlägt, führt er entweder in tiefe Verzweiflung oder in eine abscheuliche Form geistlicher Arroganz.
Nur das Kreuz Christi begegnet beidem: der bodenlosen Verzweiflung und dem anmaßenden Stolz des Menschen, der sagt: „Ich schaffe das schon. Ich komme gut zurecht.“
Nein.
Weil der sündlose Retter starb,
ist meine schuldige Seele erlöst;
denn Gott, der gerecht ist, hat Genüge getan –
er blickt auf Ihn und spricht mich frei.
Darum sagt Luther, dass der größte Teil des christlichen Lebens „außerhalb von uns“ liegt – in diesem Sinn:Wir werden nicht durch gute Werke gerettet. Wir werden nicht gerettet aufgrund unserer Bekenntnisse. Wir werden gerettet aufgrund dessen, was Christus vollbracht hat.




